Daniel Buren, 1938

In and Out the Frame, 1970 Bunt/weiß gestreifte Tapete, Bilderrahmen Format variabel In and Out the Frame, 1970 Bunt/weiß gestreifte Tapete, Bilderrahmen Format variabel

Jede Arbeit von Daniel Buren geht eine so enge Bindung ein mit dem Ort, an dem sie sich zeigt, dass sie anders als mit diesem Ort gar nicht wahrgenommen werden kann. Von ihm sich lösen, heißt für sie, sich auflösen. Sobald die Arbeit ihren Ort verlässt, verschwindet sie an einem Horizont, dem der Ort nicht mehr angehört und der die Arbeit zurücknimmt wie einen Teil seiner selbst, um sie dort wieder einzusetzen, wo sie vorübergehend eine Lücke hinterließ.

 

Solche innerhalb der Orte operierenden Arbeiten „wirken" als Fremdkörper weniger durch ihre äußere Struktur als vielmehr durch ihr Verhalten, durch die Art und Weise, wie sie den Ort benutzen. Wobei diese Verhaltensweisen ebenso unaufdringlich sind wie die im Kontext von Innen-Außen angenommenen Existenzformen. Da das Spiel mit dem Ort den Ort selbst mobilisiert, verschleift es die Grenze zwischen Subjekt und Objekt; die Arbeit und der Ort scheinen gleichberechtigte und zu gleichen Teilen das Spiel bestimmende Partner zu sein.

 

Gudrun Inboden
Staatsgalerie Stuttgart, 1990

Framed, Exploded, Defaced, 1978/79 25 Drucke (Aquatinta) gerahmt je 20,2 x 20,2 cm Framed, Exploded, Defaced, 1978/79 25 Drucke (Aquatinta) gerahmt je 20,2 x 20,2 cm

Jedes Kunstwerk hat, ohne dass sich das vermeiden ließe, einen oder mehrere Rahmen, die sehr genau bestimmbar sind; auch Zeit und Raum fassen es ein.

 

„Die Umgebung der Malerei scheint mir immer wichtiger und reichhaltiger zu sein als die Malerei selbst .... Was ist am Ende ein Bild auf der Wand anderes als ein dekorativer, farbiger Punkt auf dieser Wand? Oder ist, wenn man das vorzieht, die Mauer Dekor für das Bild oder Bild Dekoration auf der Wand? Auf jeden Fall gibt es das Eine nicht ohne das Andere, was auch immer der Kunstdiskurs dazu sagt und die Künstler davon fortwährend glauben.


Johannes Meinhardt

 

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