Hanne Darboven, 1941-2009

Hanne Darboven hat vielleicht am reinsten die Haltung verkörpert, die ihre Mentor Sol LeWitt in seinen »Paragraphen über konzeptuelle Kunst« folgendermaßen beschrieb: »Bei konzeptueller Kunst ist die Idee oder die Konzeption der wichtigste Aspekt der Arbeit. Die Idee wird zu einer Maschine, die die Kunst macht. Diese Art von Kunst ist nicht theoretisch und
keine Illustration von Theorien; sie ist intuitiv, schließt alle Typen geistiger Prozesse mit ein und ist ohne Zweck. Sie ist normalerweise unabhängig von der handwerklichen Geschicklichkeit des Künstlers.«

 

1967 ging Hanne Darboven dazu über, die Maßeinheiten nicht mehr durch gezeichnete Linien, sondern »konkret« durch als Ziffern oder Wort geschriebene Zahlen auszudrücken. Tabellen fassten dabei die Zahlenfolge auf der Basis der früher durch Linien markierten »Kästchen« so zusammen, dass sich jede Zahl ihrem Nennwert entsprechend oft wiederholt und dadurch ihre spezifische Dimension auf der Fläche erhält. Ein typisches Beispiel für diese Stufe in Hanne Darbovens Werkentwicklung ist die Zeichnung ohne Titel von 1969/70, auf der die ungeraden Zahlen von drei bis elf als Wort geschrieben jeweils drei bzw. fünf, sieben, neun und elf Zeilen einnehmen. Klaus Honnef bemerkte dazu im Ausstellungskatalog des Westfälischen Kunstvereins Münster, 1971: »Sie schreibt mit Zahlen Texte, die nicht mehr zum Inhalt haben als die Zahlen vorstellen.«

 

Christel Sauer
Katalog DIE SAMMLUNG FER - THE FER COLLECTION
Köln, 1983

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