Martin Disler, 1949 - 1996

Martins Dislers zum Teil mit den Fingern gemalte Bilder zeigen eine emphatische Körperlichkeit, die auch in den Sujets zu erkennen ist. Seine gestischen Einschreibungen beziehen sich auf psychisches Erleben, angesiedelt im Spannungsfeld von Kontrolle und Kontrollverlust. Im Kontext der verschiedenen Bildbegriffe formuliert Dislers Malerei ein Extrem: Seinen Werken, die sich der Motorik und der Gestik des Körpers anvertrauen, gelingt eine Ordnung des Chaos, die wie eine Grundvoraussetzung an das Schaffen von Bildern wirkt.


Wolfgang Max Faust
Eine Avantgarde Galerie und die Kunst unserer Zeit
Paul Maenz Köln 1970 - 1980 - 1990

 

Die Verdrehung der Welt ist total. Denn gegenüber dem wissenschaftlichen Universum, das eine Optik für Blinde, eine Akustik für Taube, eine Mechanik für Unempfindliche und Körperlose, eine Materie für reine Denkwesen verlangt und die Erscheinungsfülle in den Schattenwelten unfassbarer Relationen sucht, verhält sich das Sinnen nach einem Universum in dem sich jeder intuitiv und selbstverständlich bewegt als das Phantastische, als das Außerweltliche.

 

Armin Wildermuth
Die neue ästhetische Autonomie

 

Weitere Informationen finden Sie unter Wikipedia