On Kawara, 1933

Wir halten uns niemals an die Gegenwart, wir nehmen die Zukunft vorweg, gleichsam als käme sie zu langsam, als wollten wir ihr Kommen beschleunigen. Oder wir rufen die Vergangenheit zurück, um sie festzuhalten als ginge sie zu rasch von dannen. So unklug sind wir, dass wir zwischen den Zeiten herumirren, die nicht unsere sind und an die einzige Zeit überhaupt nicht denken, die uns gehört. Und so eitel sind wir, dass wir jenen Zeiten nachsinnen, die nichts mehr bedeuten und damit unüberlegt der einzigen Zeit davonlaufen, die noch besteht.


Gewöhnlich nämlich bedrückt uns das Gegenwärtige. Wir verbergen es vor unserem Blick, weil es uns betrübt. Und wenn es uns angenehm ist, bedauern wir, es entschwinden zu sehen. Wir versuchen es über den Weg der Zukunft zu erhalten und wir meinen, die Dinge eine Zeit hin zu ordnen, von der wir nicht bestimmt wissen, ob wir sie erleben.

 

Blaise Pascal, 1623 - 1662

Die 10 Bände von „One Million Years" (vom Künstler „All denen gewidmet, die gelebt haben und gestorben sind") enthalten die Jahreszahlen von 998 031 vor Christus bis 1969. „Ich möchte die Zahlen einer Million Jahre tippen und in einem Buch zusammenfassen! Wenn ich 500 Jahre auf einem Bogen Papier festhalten kann, dann benötige ich für diese Arbeit 2.000 Blatt Papier und die Geschichte der Menschheit findet lediglich auf den letzten 10 Seiten statt." (On Kawara)

 

Eine Avantgarde Galerie und die Kunst unserer Zeit
Paul Maenz, Köln, 1970 - 1980 - 1990

Weiterführende Informationen finden Sie unter Wikipedia